Aktuelle Beiträge

Interview mit Dominik Meier: Politik, Prognostik und strategische Kalkulation

Die zunehmende Verfügbarkeit und technische Verarbeitungsfähigkeit von Daten bieten die Chance, gesellschaftliche Prozesse immer besser zu modellieren. Die Covid-19 Pandemie ist hierfür ein Paradebeispiel. Die Modellierungen des Infektionsgeschehens ermöglicht es beispielsweise, die Impfaktivitäten besser zu koordinieren. Wann und wie genau Arztpraxen die Impfzentren beim Impfen unterstützen können, lässt sich tagesgenau simulieren.

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Interview mit Dominik Meier: Das Verhältnis zwischen (Politik-)Wissenschaft und praktischer Politikberatung

Dominik Meier, Inhaber von Miller & Meier Consulting und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung, schildert im vorliegenden Interview - hier in gekürzter Fassung lesbar - mit der Zeitschrift „Politikum“ die schwierige Gradwanderung und das großes gegenseitiges Unverständnis im Verhältnis zwischen (Politik-)Wissenschaft und praktischer Politikberatung. Dabei beleuchtet er als Grenzgänger beider Welten offen die Herausforderungen, vor denen das erfolgreiche Zusammenspiel der beiden Felder stehen. Er weist aber auch auf das Potenzial hin, wie gemeinsame Logiken und Denkweisen sich ergänzen könnten. Dabei vergisst er auch nicht die bedeutende Nachwuchsförderung und gibt einige Tipps an gegenwärtige Studierende, die die „Politikberatung“ als ein mögliches Berufsfeld für sich sehen.

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Ältere Beiträge

Politische Praxeologie als die Lehre vom erfolgreichen Machtgebrauch (Langfassung)

Politische Praxeologie ist die Lehre vom erfolgreichen Machtgebrauch. Gerade in Deutschland ist kaum ein Begriff ist so tabuisiert wie der der Macht. Doch der gezielte und legitime Einsatz von Macht durch Individuen und Kollektivakteure ist die wichtigste Antwort auf eine der großen Herausforderungen der Spätmoderne: Wie können sich Menschen im hochkomplexen Widerstreit zwischen gesamtgesellschaftlicher, dispositiver Verhaltensprägung und -steuerung einerseits und plötzlich einbrechenden Krisen und Paradigmenwechseln andererseits behaupten? In diesem Spannungsfeld von sozialer Notwendigkeit und Kontingenz ist Macht die zentrale Ressource, mit der Akteure Entscheidungs- und Planungshoheit zurückgewinnen. Umso drängender ist die Frage, was Macht ist und wie man sie erfolgreich und verantwortungsvoll erwirbt, nutzt und ausweitet. Ausgehend von den methodologischen Prämissen der praxeologischen Vordenker Bourdieu, Foucault, Veyne und Eßbach ist die politische Praxeologie der Versuch, sozial- und kulturwissenschaftliche Einsichten über die dispositive Situiertheit des Menschen fruchtbar zu machen und einen Leitfaden für seine Befähigung zur Macht zu entwickeln.

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Politische Praxeologie

Reale Widersprüche kennzeichnen die Spätmoderne und nie zuvor wirkten die in ihr verankerten Merkmale in diesem Ausmaß zusammen. So stellt die immense Differenzierung in arbeitsteilige Prozesse und soziale Rollen, verknüpft mit einer Überproduktion von Informationen, Erwartungen und Möglichkeiten eingebettet in die digitale Verschmelzung verschiedenster Lebens- und Arbeitswelten ein Novum für die alltägliche Lebensrealität der Menschen dar.

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Zwischen Selbstregulierung, Mandatslobbyismus und Insellösung: Der Lobbyregisterentwurf erfordert weitere Detailarbeit

Getrieben von der öffentlichen Diskussion und der scheinbar allgegenwärtigen medialen Präsenz der Causa Amthor, verständigten sich die Koalitionsfraktionen schnell auf einen ersten Entwurf zum Lobbyregister. Es ist allerdings bezeichnend, dass der nun zirkulierende Entwurf weitere Detailarbeit erfordert, die in seinem überstürzten Ausfertigungsprozess nicht zu leisten gewesen war. Angesichts der tiefen Eingriffe in die Meinungs- und Berufsfreiheit ist mit diesem Entwurf die komplexe Regulierung von Interessenvertretungen noch weit von einer befriedigenden Lösung entfernt.

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Politikberatung in Zeiten von Corona: Quo vadis Automobilindustrie

Eine Schlüsselindustrie gerät durch die Corona-Krise weiter unter wirtschaftlichen Druck – und verlangt von der Politik Unterstützung. Eigentlich ein normaler Vorgang in diesen Tagen, doch im Falle des deutschen Automobilsektors ist derzeit nur wenig normal. Seit der Verband der Automobilindustrie (VDA), flankiert durch die Branchenriesen aus Wolfsburg, Stuttgart und München, vor rund vier Wochen seine Forderung nach eine Abwrackprämie in den Ring geworfen hat, schwappt eine Welle der Empörung über die Konzerne und ihre Interessenvertreter. Nicht nur Umwelt-NGOs und linke Strömungen, sondern auch FDP und die fünf Wirtschaftsweisen lehnen die Forderung brüsk ab. Und die Regierungskoalition in Berlin? Ziert sich und vertagt die Förderentscheidung auf Anfang Juni. Vorbehaltlose Rückendeckung sieht anders aus.

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Zwei Sprachen, ein Problem: die Corona-Krise im Spannungsfeld von Medizin und Politik

In ganz Deutschland sind die Kirchbänke leer, von der kleinsten Dorfkapelle bis zum Kölner Dom. Nicht etwa, weil den Gotteshäusern die Gläubigen davongelaufen wären, sondern aufgrund einer staatlichen Kontaktsperre. Verwaiste Kirchen und verbotene Gottesdienste sind nur ein Beispiel dafür, wie massiv Bund und Länder bei der Bekämpfung von Covid-19 die Grundfreiheiten beschränkt haben.

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Macht und Gemeinwohl

Politische und wirtschaftliche Machtverhältnisse stehen unter hohem Legitimationsdruck. Sie müssen unter Beweis stellen, dass sie dem Gemeinwohl dienen und nicht nur Partikularinteressen – ansonsten werden sie fragil. Dies ist eine kontinuierliche Herausforderung für politische Interessenvertretung und Strategieberatung gleichermaßen. Sie wirft zwei Fragen auf: Wie lässt sich das Gemeinwohl bestimmen, und was bedeutet Gemeinwohlorientierung in Politik und Wirtschaft?

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